Historie:
Dass man sich im Rahmen des Görlitzer Stadtfestes zur 925-Jahr-Feier überhaupt zusammenfand, war der Suche nach
Landsknechts-Trommel und Fanfarensignal
zu verdanken. Einem Festumzugs-Organisator fiel ein, dass es in Görlitz dereinst den Fanfarenzug des Zentralen Pionier-Ensembles gegeben hatte. Dem gehörten die heutigen Herolde jahrelang an.
Von diesem Kontakt bis an die Spitze des Festzuges lagen nunmehr einige Proben und das Anlegen der Kleider im Theater-Fundus.
Insofern ist die Geschichte der LANDSKRON HEROLDE eng mit der Geschichte des
Fanfarenzuges des Zentralen Pionier-Ensembles verbunden.
Festumzug 925 Jahre Görlitz 1996 Der Gründungsgedanke wird verkündet!
Ende der 60-er Jahre gab es in Görlitz zwei Fanfarenzüge - den Fanfarenzug am "Haus der Pioniere" und den
1. Ventilfanfarenzug Görlitz (gehörte zum VEB Görlitzer Maschinenbau).
Am 31. März 1971 fanden sich Leitungsmitglieder dieser beiden und auch weiterer Klangkörper unter dem Dach des Zentralen Pionier-Ensembles Görlitz zusammen und gründeten den
"Fanfarenzug (FZ) des Zentralen Pionier-Ensembles Görlitz".
Die Leitung des FZ übernahmen:
|
HEINZ-JOACHIM KERL |
Leiter |
zuvor Leiter der Schalmeien-Kapelle des VEB Kraftverkehr Görlitz |
|
GÜNTER HERKNER |
Stellvertretender Leiter |
zuvor Leiter des 1. Ventilfanfarenzuges Görlitz |
|
GERD WOLLENHAUPT |
Musikalischer Leiter ''Fanfare'' |
zuvor Leiter des FZ des "Haus der Pioniere" |
|
JOCHEN PEUKERT |
Musikalischer Leiter ''Schlagzeug'' |
zuvor Leiter des Zentralen Spielmannszuges Görlitz |
|
ALFRED NOACK |
Organisations-Leiter |
zuvor Trommler im 1. Ventilfanfarenzug |
Leitungsmitglieder des Fanfarenzuges Görlitz
Gründungsmitglieder des Fanfarenzuges waren:
INGOLF und WOLFRAM BARTZELD,
SIGFRIED HESSEL,
OLAF und UWE-TORSTEN KERL,
ANDREAS SAUER und
HARTMUT USEMANN.
Gründungsmitglieder
1971
_______________________________________________________________________________________________________________
Zehn Jahre Zentrales Pionierensemble
_______________________________________________________________________________________________________________
Der FZ des Zentralen Pionierensembles Görlitz erreichte bei Leistungsvergleichen folgende Ergebnisse:
1972 in Löbau "Unterstufe gut"
1975 in Görlitz "Oberstufe gut"
1978 in Zittau "Oberstufe sehr gut"
1981 in Löbau "Oberstufe gut"
1985 in Löbau "Mittelstufe sehr gut"
_______________________________________________________________________________________________________________
Dem FZ und seinen Mitgliedern wurden folgende Auszeichnungen verliehen:
1973 Urkunde für ausgezeichnete Leistungen in Vorbereitung der X. Weltfestspiele
1973 Artur-Becker-Medaille in Silber
1973 Hervorragendes Volkskunstkollektiv
1974 Ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv, Medaille "FDJ- Initiative DDR 25"
1976 Medaille "Für Verdienste im künstlerischen Volksschaffen der DDR"
1977 Medaille "FDJ- Initiative IX. Parteitag"
1981 Drei Mitglieder werden "Jungaktivisten"
_______________________________________________________________________________________________________________
Nach dem Versuch, den Fanfarenzug durch Einbau von Trompeten in ein Fanfarenorchester umzuwandeln, kam in der Zeit der politischen Wende das Aus.
Bis 1996 und auch danach fanden in regelmäßigen Abständen Treffen der ehemaligen Mitglieder des FZ statt. Im Rahmen dieser Treffen wurde auch musiziert, weshalb das Repertoire des FZ und dessen Traditionen nicht in Vergessenheit gerieten. Mit dem 23. Juni 1996 lebte der Fanfarenzug - vermittelt über die Herolde und deren Visionen - endgültig wieder auf.
Doch zunächst überwogen die Probleme: Wo Instrumente herbekommen - und wo entsprechende Kostüme? Wann und wo sollte man auftreten?
Durch eine Vereinbarung mit der Stadt Görlitz wurden für 1 DM Restbuchwert und weitere 800 DM an Spenden jene Restbestände aus dem Inventar des FZ erworben, die auf dem Boden der ehemaligen 14. Oberschule (Klosterplatz Görlitz) lagerten. In Sachen Kostüm war man weiter auf den Fundus des Görlitzer Musiktheaters angewiesen, der die Herolde auch zur 925-Jahr-Feier ausstattete.
Ein regelmäßiger Probenbetrieb - zunächst in der Schule am Klosterplatz - wurde eingerichtet. Neben den "Festumzugsmitstreitern" stärkten auch einige Trommlerinnen, ebenfalls frühere FZ-Mitspielerinnen, die Reihen.
Neu gestählt, spartanisch ausgestattet und mit "altem Konzept" war der Festumzug zur 700-Jahr-Feier Königshain am 14.Juni 1998 der nächste Höhepunkt. Als "kleiner Fanfarenzug", aber wieder in den Kostümen des Theaterfundus' folgte mit der Teilnahme am 1. Internationalen Spiel-Leutetreffen im Juni 1999 in Görlitz der endgültige Durchbruch. Als "Initiativgruppe Görlitzer Fanfarenmusik" behaupteten sich die Herolde mehr als beachtlich gegen (mitgliedermäßig) schier übermächtige Klangkörper.
Es war an der Zeit, sich besser zu organisieren und insbesondere den Versuch zu starten, eigene Kostüme zu beschaffen. Uwe-Torsten Kerl, schon bis dahin "Chef" der Herolde und so in die Fußstapfen seines Vaters getreten, knüpfte im Januar 2000 Kontakte zur Görlitzer Landskron Brauerei. Mit Basecaps und Polo's der Biermacher ausgestattet und von da als
"DIE LANDSKRON HEROLDE GÖRLITZ"
startete man in die erste "echte Spielzeit", wobei auch überregional die Stadt Görlitz und ihre Brauerei repräsentiert wurden.
Knapp zehn Auftritte, vor allem der am 3. Oktober 2000 beim sogenannten "Zipfelgipfel in Dresden", zeigten, was noch am meisten fehlte: Eigene Kostüme! Mit großzügiger Unterstützung der Landskron Brauerei, vermittelt über den "Kontaktmann" und inzwischen "Ehrenherold" Peter Quarder, wurde der Kostümtraum im Frühjahr 2001 wahr.
Zeitgleich produzierten die Landskron Herolde eine CD. Zum 30-jährigen Jubiläum des Fanfarenzuges und dem 5-jährigen Bestehen der Landskron Herolde wurde diese CD den anwesenden ehemaligen Fanfarenzugmitgliedern und den Gästen des Treffens überreicht.
Den Rahmen für diesen großen Festakt bildete das 2. Internationalen Spielleutetreffen Anfang Juni 2001 in Görlitz.
Auftritte- bis zu 20 Stück pro Jahr- sind inzwischen Normalität. Regelmäßig sind "Die Landskron Herolde Görlitz" beispielsweise beim traditionellen Eibauer Bierzug, dem Brauereifest der Landskron Brauerei, dem Tag der Sachsen, dem Görlitzer Altstadtfest oder bei der Eröffnung der Görlitzer Tippelmarktes im Einsatz. Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt am Tag der Deutschen Einheit 2002 im "Zipfelzelt" in Berlin.
Mit den bescheidenen Einnahmen aus den Auftritten wurde inzwischen das Instrumentarium erneuert (Schlagzeug) bzw. aufgearbeitet (Fanfaren).
Mit einer Mischung aus traditioneller Fanfarenmusik sowie Volks- und Stimmungsmusik haben die Landskron Herolde inzwischen einen festen Platz in der Görlitzer Spielleuteszene.
Sie sind und bleiben der Tradition Görlitzer Fanfarenmusik verpflichtet.