"Die Landskron Herolde Görlitz"
 

Jüngste Änderung:

 

am 04.10.2011

 

Foto-

Galerien

 

 

 

Brüssel 2006

 

Kiel 2006

 

 

 

   

Gastkommentar unseres Oberheroldes Uwe

in der Sächsischen Zeitung Görlitz

Ein Bericht vom Tag der Deutschen  Einheit 2011 in Bonn

SZ vom 10. Oktober 2011

 

Schwindende Begeisterung gefährdet Zipfelstädte-Idee

Dresden, Berlin, Erfurt, Potsdam, Kiel, Schwerin, Saarbrücken, Bremen, Bonn – neunmal seit 2000 durften die Landskron Herolde Görlitz die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit mit gestalten. Seit 2001 in Berlin war man durchweg in der „Mission Zipfel“ unterwegs, zuletzt aber nicht ausschließlich. Denn auch der Freistaat Sachsen hatte die Görlitzer Spielleute für sich „entdeckt“. Neben musikalischen Aufwartungen vor den Festzelten und der Begleitung von Politikern auf den Festmeilen waren die Herolde mehrfach bei den traditionellen Musikparaden am Start, so auch in diesem Jahr in Bonn.

Bei den zentralen Festen zur Deutschen Einheit besitzt Görlitz dank der „Zipfelidee“ die jährlich einmalige Chance, sich einem zahllosen überregionalen Besucherstrom zu präsentieren. Denn praktisch als

„17. Bundesland“

dürfen die Zipfelgemeinden Oberstdorf, Selfkant, List und Görlitz ihr Festzelt mit auf der Ländermeile aufschlagen und zudem ein Bild in den Musikparaden gestalten. Görlitz ist dabei stets zahlreichen Gästen ein Begriff, sei es durch seine Architektur, den 15. Meridian, das Landskron Bier, oder weil es „Landsleute“ auf Suche nach Arbeit in die Weiten der Republik trieb. Am Sonntag vor dem Tag der Deutschen Einheit wurde den „Zipfeln“ eine komplette Stunde eingeräumt, sich in Bonn auf der Länderbühne zu präsentieren.

Aber weil die Landskron-Herolde nach ihren Touren durch die alljährlichen Einheits-Feierlichkeiten auch die Entwicklung des „Zipfelgipfels“ beurteilen können, stellt sich die Besorgnis ein, der „Zipfelbund“ könnte irgendwann zerbrechen. Denn ein zunehmendes Desinteresse bei der Gestaltung des „Zipfelzeltes“ und der Repräsentation vor Ort ist nicht zu übersehen. Natürlich lässt sich der Aufwand für einen attraktiven Anlaufpunkt auf den jeweiligen Festmeilen nicht sofort in schwarzen Zahlen errechnen. Aber kein zweites Mal im Jahr hat der Zipfelbund die Gelegenheit, derart komprimiert auf sich aufmerksam zu machen.

Die Görlitzer Oberbürgermeister waren in den vergangenen Jahren immer vor Ort. Vor deren Erscheinen und nach ihrer Abreise aber war Görlitz zumindest gefühlt unterrepräsentiert. Zudem sind Fragen anderer Zipfelvertreter an die Herolde, wer denn aus Görlitz noch erscheine, ebenso keine Seltenheit geworden wie Klagen über angeblich unerwiderte Kontaktversuche, wenn es galt, die Ausgestaltung des „Zipfelgipfels“ abzustimmen.

Die Fahne der Zipfelgemeinden kündete letztmalig in Saarbrücken vom Zelt der „Randdeutschen“. Sie ist seither verschwunden. Dafür standen in Bremen Landskron- Schirme, Landskron Bier und die Fleischerei Hein für Görlitz.

Nur noch OB Paulick sowie eine Gesandte der Wirtschaftsförderung fanden neben Prospekten der Neißestadt und den Landskron Herolden den Weg in die ehemalige Bundeshauptstadt. Bier gab es nun aus Linnich-Welz und den Käse traditionell aus Bayern. Dazwischen türmten einige wenige Prospektständer. Kein Landskron Bier, keine Zipfelwurst – Görlitz war in Bonn einfach nicht „zu genießen“.

Es hat den Anschein, als sei mit Matthias Schneider, einem der Mitbegründer der Zipfelidee, auch der Enthusiasmus für den Verbund aus Görlitz weggezogen. Aber eine Idee lebt nur mit Enthusiasmus, nicht mit gefühlter Zwangsläufigkeit. Es ist an der Zeit, dass sich die zuständigen Vertreter der Zipfelgemeinden wieder als „verschworener Bund“ zusammenfinden. Ob die Landskron Herolde auch 2012 in München mit von der Partie sein können, ist zweitrangig. Wichtig aber ist die Vorbereitung der Präsentation von Görlitz in der bayerischen Landeshauptstadt schon jetzt. Denn dass der nächste 3. Oktober bestimmt kommt, ist schon heute absehbar.

www.Landskron-Herolde.de


 

=