,

Auf zu …: Neuen Scherben! Der 19. Tippelmarkt in Görlitz beginnt

Am 15.07.2017 um 10.00 Uhr am Heroldsbrunnen zu Görlitz

Natürlich käme niemand auf die Idee, die Töpferei wohl mit Scherben gleichzusetzen!

Nur am Beginn des Tippelmarktes erinnert eine nachgestellte Szene an den „König Drosselbart“ der Gebrüder Grimm, in diesem Märchen nun ein trunkener Husar sein Pferd in den Marktstand der Königstochter (selbige inkognito, versteht sich!) lenkt und eben nur Scherben hinterläßt. Gibt’s ja im wahren Leben gar nicht!

Weiter geht es von dort weg bis zur Eröffnung des Tippelmarktes, der zum ersten Male nicht auf dem kompletten Obermarkte stattfindet, vielmehr jetzt seine Ausdehnung über die Brüderstraße hin zum gesamten Untermarkte und eben da seine Bühne hat.

Wir müßten weit in den Analen zurückblättern um auszuzählen, wie oft nun die Herolde diese Eröffnung begleitet haben.

Jedenfalls ist am Jahre 2006 leicht festzumachen, daß wir im Rahmen unserer eigenen 10-Jahres-Feier schon freundschaftliche Verbindungen zum Tippelweibe Marianne und dem singenden Töpfer Günter Meißner hatten:
Vormittags die Eröffnung des Tippelmarktes und die ganz große Show dank unserer Gäste aus Günzburg und Westewitz, am Abend im Maschinenhaus der Brauerei der Große Einzug der Gäste – auch des Tippelmarktes.
Wenigstens 11 Teilnahmen sind so zu rekonstruieren, die abschließende Darbietung an der Bühne mit dem Singen der Heimat-Weise „Die Landeskrone..“ nun schon Tradition und Erwartung.

Also dann: Auf zur – mindestens gesichert – zwölften Eröffnung des Tippelmarktes mit dem Erteilen des Marktrechtes, Böllerschuß und Bänkelsang des Töpfers!
Dem Handel ein gutes Geschäft und für uns – na sagen wir mal: Toi, toi, toi und ein kühles „Getränk danach“, den Durstlöscher Nummer 1!

 

,

Der Zauber ging irgendwie…. verloren!

Tag der Deutschen Einheit 2016 in Dresden

Den direkten Vergleich zu unserem ersten „Tag der Deutschen Einheit“ sollte man wohl besser meiden: Was ist geblieben vom Flair des Stallhofes zu Dresden 2000, von Feierlaune und Esprit? Wenige Stunden nach unserer Rückkehr aus Dresden müssen wir in aller Kürze konstatieren: Nichts!

Wesentlichen Anteil daran hatte natürlich das Wetter. Vom Ankommen bis zum Abfahren – Regen – mal viel, auch ganz viel, mal weniger, aber stetig. Dann die Lage des Zipfelzeltes: Am äußersten Rande des Festgebietes, am Ende der Wilsdruffer Straße, in der Spitzkehre zur Landhausstraße – in Reichweite die Nizza-Sperren, auf den Straßen dahinter – perfekte Sicht auf die Unmengen an Polizei-Fahrzeugen… . Gerade auch die politische Lage verlangte ihren Tribut.

Was ist daran noch „feierlich“? Alles schien – ob dieser Umstände – gelähmt und schaumgebremst: Die Aufwartungen der Länder an Ihren Zipfeln gingen unter: Kein Bild im Strandkorb wie all die Jahre zuvor und dass sie da waren… kaum wahrnehmbar für uns. Obwohl wir vor dem Zelt versuchten – aus Brauch-gewordenem Prozedere – die Repräsentanten der Zipfel-Länder zu begrüßen.

Und kaum war festgestellt: Sie sind bereits im Zelt – genauso schnell waren sie weg. Dort muss es eine Hintertür gegeben haben… .

Das wechselseitige Spiel der Zipfel–Musikanten: Es war einmal. Als wir ankamen, brachen die Alphornbläser auf, kurz noch einmal ins Horn gestoßen, auf ging`s nach Hause.

Die Stimmungskanonen wie „Sang- und klanglos“ aus dem Selfkant waren nicht zu ersetzen und eine Abrede mit dem Pfeifen-Korps zum Wechselspiel wollte einfach nicht gelingen, nicht erst Blickkontakt war herzustellen.
Der letzte Auftritt am Tage war zumindest noch eine ehrenwerte Angelegenheit. Von den Zipfelgemeinden ausgelobt und seit 2008 verliehen – der „Preis der Deutschen Zipfel“ 2016.

Diese Ehrung und die damit verbundenen Zuwendung erhielt in diesem Jahr die „Katharina Witt Stiftung“. Auch hier, mitten auf der Prager Straße auf der Medien-Bühne das Gleiche, wie zuvor erlebt und beschrieben: Wir bleiben auch hier de-facto unter uns, die obersten Bürger der Zipfelgemeinden umwarben ihren Zipfel, die Besucher vor der Bühne waren zählbar – der Zipfelpreis überreicht und wohl jeder froh darüber, nun seiner Wege gehen zu können.

Es war nicht das Wetter allein: Wenn Tage wie dieser nur noch unter einer Käseglocke mit Blaulicht obendrauf stattfinden können, die Stadt festlich sein soll und ist doch Festung, wenn die Zipfelidee scheinbar nur noch Last ist, Abreden nicht mehr den Zufall ersetzen, Spontaneität auf Biegen und Brechen das Zepter schwingt, ja dann?

Wer nun aus diesem Bericht Enttäuschung herausliest, dem wird nicht widersprochen. Erwartung, Anspruch und Erlebtes aus 13 Teilnahmen vermitteln diesen traurigen Eindruck. Eine andere Beschreibung finde ich nicht, es will mir nicht gelingen. Ideen, Ideale, Verbindlichkeiten, scheinbar niemals ein Planungsvorlauf, randgenäht und hoppla-hopp…?

Mit den Bildern aus besseren Zeiten auf der virtuellen Leinwand und heute tief aus dem Orchestergraben:
Euer Herold Detlef

 

Tag der Deutschen Einheit 2016 in Dresden

Klappe – die Vierzehnte!
Für die Landskron-Herolde schließt sich ein Kreis.

Jetzt ist es heraus!

Nach „Dresden 2000“: Zum zweiten Male „Tag der Deutschen Einheit“ in Sachsens Landeshauptstadt!
Die Landskron-Herolde werden am 03. Oktober 2016 an einen Ort zurückkehren, der so vieles an Symbolkraft hat.

Das größte Erlebnis zu diesem Zeitpunkt damals war unsere erste Teilnahme an einem „Tag der Deutschen Einheit“. Wir waren im Stallhof zu Dresden unterwegs, hinter dem Fürstenzug quasi und die Kostüme aus dem Theaterfundus, die neu belebte Fanfarenmusik und die Aura des Stallhofes haben diesen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Analoge Fotos – nur spärlich vorhanden – lassen erahnen, welches Flair da auf uns wirkte. Plötzlich teilte sich die Menge, wenn wir zum Spielen ansetzten, die Aufmerksamkeit war uns für diese Momente gewiß.

Ebenso neu und aus der Taufe gehoben:
Gerade erst war der Zipfelbund gegründet: Im Jahre 1999 in Wiesbaden zuvor. Hinter den Toren des Stallhofes und grad vor denen unseres östlichsten Zipfels – unsere ersten Kontakte mit den Zipfelgemeinden. Inzwischen erkennt man sich längst am Zipfelzelt, grüßt sich wie gute Bekannte eben – die Zeit bringt´s mit sich. Und wir unseren dritten Görlitzer Oberbürgermeister.

Eine spontane Premiere und darum ein bisschen… misslungen: Vom Stallhof wurden die Zipfel-Bürgermeister zum Empfang der Bundesregierung geleitet, mit Spiel und Klang, Fanfare und Trommel, geradewegs vor einer Bühne entlang: Auf der spielte nun eben das Orchester des MDR: Der Konflikt war schnell entschieden – wir hatten wohl die deutlicheren Argumente.

Von da an folgten 12 weitere Reisen quer durchs Land. Immer jenes Bundesland, das turnusmäßig den Vorsitz der Länderkammer bekleidet, ist Gastgeber für die „Zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit“. Für uns folgten dieserart:

2002 Berlin ~ 2004 Erfurt ~ 2005 Potsdam ~ 2006 Kiel ~ 2007 Schwerin ~ 2009 Saarbrücken ~ 2010 Bremen ~ 2011 Bonn ~ 2012 München ~ 2013 Stuttgart ~ 2014 Hannover ~ 2015 Frankfurt/M .

Nicht selten haben die Landskron-Herolde in Personalunion das Land Sachsen gleich beim Musikzug der Länder vertreten, noch bis 2010 an einer Tribüne vorbei. Manches Banner zeugt davon und einzelne konnten wir sicherstellen.

Die Bundesregierung und andere Verfassungsorgane nahmen da noch die Parade ab.
Seit 2011 in Bremen – da blieb die Tribüne schon mal ganz leer – ist das anders: Extremistische Gefahren beeinflussen auch das.

Einige Male auch begleiteten wir den Vertreter der Sächsischen Landesregierung vom Zelt des Landes Sachsen hin zum Zipfelzelt. Thomas Jurk, Sven Morlok und Markus Ulbig waren da in unserem Sog. Die machten den Zipfelgemeinden ebenso Ihre Aufwartung wie die Bayern Horst Seehofer und Joachim Herrmann, Torsten Albig für Schleswig Holstein oder für NRW Hannelore Kraft.

Was uns dieses Mal erwartet, wissen wir nicht so genau. Auf jeden Fall ein interessantes Fest, gute Bekannte am Zipfelzelt, ganz sicher viel Werbung für Görlitz und eigentlich ein bisschen – ein Heimspiel.

 

,

Großschönau webt Geschichte

So ist das Festwochenende der ostsächsischen Gemeinde überschrieben und ein umfangreiches Programm begleitet die Feierlichkeit.

«160 Jahre Frottierweberei» und «350 Jahre Damastweberei»

Großschönau hüllt sich also an diesem Wochenende in Damast und Frottiergewebe.

Manches wird wohl auch vom Wetter abhängen – auf jeden Fall aber die Frage, ob uns nach dem Auftritt vielleicht sogar Frottiertücher gereicht werden müssen.

Wir – die Landskron-Herolde – nehmen nämlich die Masche auf, hüllen uns am Samstag in unsere Gewänder, und führen einen kleinen Umzug in den Museumsgarten hinein.

Markant alleine diese Entstehungsgeschichten, nur einen historischen Wimpernschlag auseinander:

Unsere Landskron-Brauerei in Görlitz wird nachgerade 147 Jahre jung – was hatte dieses 19. Jahrhundert doch mit solch hochehrwürdigen Handwerken hervorgebracht! Respekt!

Für das Fest und seine Besucher, für die Zukunft des Handwerkes in der Region und ein bißchen auch für unseren Auftritt: Toi, toi, toi…!

www.ddfm.de/museum/

 

 

,

Bierzug in Eibau 26.06.2016

Bierzug Eibau

Zum 24. Male bereits erinnert die Äberla‘sitzer Gemeende Kuttmarschdurf in diesem Jahre mit dem „Eibauer Bierzug“ an eine Fehde aus dem 15. Jahrhundert, als gegenseitig Biertransporte überfallen wurden.

Heute geht es wesentlich friedlicher zu ~ man überfällt sich quasi im Einverständnis zum gegenseitigen Mundraub und öffnet bereitwillig… alle Zapfhähne.

Dieses Spektakel gestalten die Herolde zum 14. Male als direkt Beteiligte mit: Als Eskorte für das Görlitzer Landskron-Bier und natürlich als Mundräuber bei den anderen Brauereien.

Die Bewachung der eigenen wertvollen Fracht erfolgt nun auf dem Wagen selbst, zur Abschreckung werden ab und an Fanfarensignale verblasen.

Den Besuchern am Rande der 3,7 km langen Strecke kommt so manches Bier und den Kindern unsere Himbeer-Brause zugute. Mit diesem Wegezoll war uns dann auch ein sicheres Durchkommen möglich und – neuerdings sogar noch ein blühender Tauschhandel mit den Gurkenzwickern aus dem Spreewald.

… und weil mehr Gurken in einen Eimer passen, als Flaschenbier… gleich noch ein lohnendes Geschäft.